Digitalkameraratgeber

Worauf man beim Kauf einer Digitalkamera achten sollte

Megapixel

Früher eines der wichtigeren, positiven Unterscheidungsmerkmale, heute mit Vorsicht zu genießen: Hohe Megepixel-Werte. Bei Kompaktkameras ist der Bildsensor meist so klein, dass sich ein Megapixel-Wert von über 12 – je nach Kamera - eher negativ, als positiv auswirken kann, da der Bildsensor so klein ist, dass eine größere Pixel-Dichte meist auf Kosten der Bildqualität geht.Dies gilt vor allem bei Fotos unter schlechten Beleuchtungsbedingungen. Die aktuellen Spiegelreflex-Kameras sind allerdings aufgrund der vergleichsweise größeren Sensoren deutlich leistungsfähiger und können auch sehr hohe Megapixel-Werte mit guter Bildqualität auf die Speicherkarte bannen.

Brennweite - Weitwinkel, Normal und Tele

Die Brennweite eines Kameraobjektivs gibt an, wie groß der Ausschnitt des Bildes ist, der abgelichtet wird. Lange Brennweiten oder auch Teleobjektiv erfassen einen kleinen Motivausschnitt und bilden ihn groß ab, kurze Brennweiten oder auch Weitwinkelobjektiv erfassen einen großen Bildausschnitt und bilden ihn klein ab. So braucht man, um z.B. einen Vogel in einem Baum zu fotografieren ein Teleobjektiv mit großer Brennweite. Ein Landschaftpanorama ist hingegen etwas für eine kleine Brennweite. Hier sollte man ein weitwinkliges Objektiv benutzen. Dazwischen sind dann die sogenannten Normalobjektive zu finden.

Da die Brennweite abhängig von der Größe des Bildsensors ist, wird gerade bei Kompaktkameras oft nicht die tatsächliche Brennweite des eingebauten Objektives angegeben sondern der Brennweitenbereich, der analog zu einer klassischen Kleinbildkamera erreicht werden würde.

Der Weitwinkelbereich deckt alles unter 35 mm Brennweite ab, zwischen 35 mm und etwa 70 mm befindet sich die Normalbrennweite, alles darüber wird als Tele bezeichnet.

Beim Kauf einer Digitalkamera mit fest eingebautem Objektiv sollte man sich vorher Gedanken machen, für welche Situationen man diese am häufigsten verwenden möchte. Personenaufnahmen werden am besten mit Brennweiten im Normalbereich gemacht. Fotografiert man gerne Landschaften oder innerhalb von Räumen sind sehr kleine Brennweiten wünschenswert. Interessiert man sich eher für Details sollte der Telebereich nicht zu kurz kommen.

Produkt-Verweise:
Spiegelreflex-Objektive

Optischer Zoom - digitaler Zoom

Um eine Digitalkamera universell einzusetzen, ist ein möglichst großer Zoombereich von Vorteil. Kleine Brennweiten, oder auch Weitwinkel zeigen auf den Bildern einen großen Ausschnitt, große Brennweiten einen kleinen Ausschnitt. Kann bei einer digitalen Spiegelreflex-Kamera die Brennweite durch Wechsel der Objektive genau an die Bedürfnisse des Fotografen angepasst werden, ist bei Kompakt- und Bridgekameras der Zoombereich von vornherein festgelegt. Hier wird oft der Zoomfaktor des eingebauten Objektives hervorgehoben. Es gibt allerdings zwei unterschiedliche Arten, der Kamera das Zoomen beizubringen.

Der optische Zoom wird durch einen entsprechenden Aufbau der Linsen und der Mechanik des Objektivs erreicht. Je nach Stellung der Linsen zueinander ändert sich die Brennweite des Objektivs, so dass die Lichtstrahlen eines großen oder kleinen Bildausschnitts auf den Sensor der Kamera treffen.

Der digitale Zoom erzeugt den Bildausschnitt nicht auf optischen sondern auf rechnerischem Weg. Die Bildinformationen, die bei einem optischen Zoom durch Änderung der Brennweite erlangt werden, müssen beim digitalen Zoom mittel Interpolation „geschätzt“ werden. Der Prozessor der Digitalkamera analysiert hierzu die einzelnen Bildpunkte des Fotos und versucht daraus die Punkte, die er nicht kennt, zu errechnen. Das Ergebnis ist jedoch meist eindeutig schlechter als bei einem optischen Zoom. Es empfiehlt sich daher, beim Fotografieren auf digitalen Zoom zu verzichten, zumal am Rechner mit Hilfe von Grafikprogrammen wie Photoshop oder Gimp meist durch Bildausschnitt bessere Ergebnisse zu erreichen sind.


High Definition (HD) Videoaufnahme

Die meisten digitalen Kameras sind heutzutage mit Videofunktion ausgestattet. Ist dies bei Kompaktkameras mittlerweile Standard, sind digitale Spiegelreflexkameras (DSLR) noch nicht durchweg mit Videofunktion ausgestattet. Das liegt an der durch die Funktionsweise von DSLRs komplexeren Umsetzung von Videoaufnahme.

Bei der Videofunktion gibt es verschiedene Kriterien, auf die man beim Kauf achten sollte. Welche Auflösung schafft die Kamera? Will man die Videos auch in guter Qualität zu Hause auf dem Flachbildfernseher nutzen, sollte man auf eine hohe Auflösung achten. HDTV-Auflösungen wie 720p oder 1080i sind mittlerweile durchaus möglich. Beherrscht eine Digitalkamera die Aufnahme von HD-Videos, sollte eine entsprechend groß dimensionierte Speicherkarte gleich mitgekauft werden, denn HD-Videos sind echte Speicherfresser – sinnvoll sind je nach Kameramodell Speichergrössen ab 8 GigaByte.

Funktioniert während der Videoaufnahme der Zoom? Es ist leider nicht selbstverständlich, dass man beim Filmen auch mittels Zoom den Bildausschnitt ändern kann.

Werden Verwackelungen während der Aufnahme durch einen Bildstabilisator verringert? Gerade, wenn man mit größeren Brennweiten arbeiten möchte, wird es schwierig, die Aufnahme verwackelungsfrei zu halten. Bildstabilisatoren gibt es in digitaler und optischer Ausführung. Während bei der digitalen Ausführung der Rechner in der Kamera versucht, die Verwackelungen digital zu eleminieren sorgt der optische Bildstabilisator durch Nachführung der Linsen im Objektiv oder des Sensors in der Kamera das Verwackeln zu verhinden, was meist zu höherwertigen Ergebnissen führt.

Wenn Sie hauptsächlich filmen möchten, kann ein Blick auf eine klassische Videokamera auch nicht schaden.

Produkt-Verweise:
Speicherkarten
Camcorder


Abmessungen - Kompakt, Bridge oder DSLR?

Soll die Kamera in die Hosentasche passen, oder wird sie sowieso nur im Aktenkoffer mitgenommen? Eine wichtige Frage, die die Wahl der passenden Digitalkamera maßgeblich beeinflussen sollte, denn die besten technischen Daten nützen nichts, wenn man die Kamera aufgrund ihrer zu großen Abmessungen nicht dabei hat.

Man unterscheidet zwischen drei Kameraklassen.

Die Kompaktkamera zeichnet sich durch geringe Abmessungen und Gewicht aus. Sie ist die „Immer-dabei“-Kamera. Durch die geringen Abmessungen muss man allerdings mit meist recht kleinen Zoom-Bereichen leben. Außerdem sind die Sensoren in den Kompaktkameras meist sehr klein, was weniger Bildqualität, mehr Rauschen und geringere Lichtempfindlichkeit bedeuten kann. Das Bild wird bei Kompakten meist über das eingebaute Display auf der Rückseite der Kamera komponiert. Optische Sucher sind hier nur selten zu finden, was gerade bei heller Umgebung und direkter Sonneneinstrahlung problematisch werden kann, da dann der Monitor nur schlecht abgelesen werden kann. Kompakte kommen meist mit einer Unzahl an Motivprogrammen einher, die für jede nur erdenkliche Aufnahmesituation automatisch dem Benutzer die Einstellungen abnehmen. Manuell Einstellungen von Blende und Zeit sind meist gar nicht oder nur in sehr begrenzten Rahmen möglich.

Die Bridgekamera ist der halbe Weg zur digitalen Spiegelreflexkamera. Sie hat größere Abmessungen als die Kompakte und passt meist nicht mehr in die Hosentasche. Dafür deckt sie einen größeren Zoombereich ab, der teilweise schon so groß ist, dass man bei einer digitalen Spiegelreflexkamera schon tief in die Tasche greifen muss, um vergleichsweise große Brennweiten zu bekommen, auch wenn die Superzoom-Objektive der Bridgekameras qualitativ meist hinter guten DSLR-Objektiven zurück bleiben. Der Sensor von Bridgekameras ist größer als bei Kompaktkameras. Dadurch bieten sie weniger verrauschte Aufnahmen und größere Reserven bei schlechtem Licht. Zum Fotografieren sind Bridgekameras meist mit Displays ausgestattet, die sich oft auch schwenken lassen. So kann der Fotograf auch bei ungewöhnlichen Positionen sehen, was er fotografiert. Optische und elektronische Sucher sind an fielen Bridgekameras zu finden. Außerdem bieten Bridgekameras dem Fotografen meist um einiges größere Möglichkeiten, in die Bildeinstellungen einzugreifen.

Digitale Spiegelreflexkameras (DSLR) sind wiederum größer als Bridgekameras. Sie zeichnen sich durch noch größere Sensoren und damit einhergehender Bildqualität aus. Außerdem sind DSLRs i.d.R mit der Möglichkeit ausgestattet, die Objektive zu wechseln. Stellt man fest, dass einem der Brennweitenbereich nicht ausreicht, hat man hinterher die Möglichkeit, diesen durch Wechsel des Objektivs zu ändern. Das Motiv wird bei DSRLs meist über den optischen Sucher anvisiert. Mittlerweile bieten viele DSLRs allerdings auch an, den Bildausschnitt mit dem eingebauten Display auszuwählen.

Produkt-Verweise:
Digitale Fotografie & Zubehör
Digitalkameras
Digitale Spiegelreflexkameras


 
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